Du möchtest die Kurse an der Börse nicht rund um die Uhr überwachen und trotzdem nicht tatenlos zusehen, wenn eine Position ins Minus rutscht? Genau dafür gibt es die Stop Loss Order. Sie verkauft ein Wertpapier oder eine Kryptowährung automatisch, sobald der Kurs auf oder unter eine von dir vorher festgelegte Marke fällt. Damit kann sie deine Verluste in einem Rahmen halten, den du selbst bestimmst. Aber: Eine Stop Loss Order ist weder eine Verlustversicherung noch eine Gewinngarantie.
In diesem Ratgeber zeigen wir dir, was eine Stop Loss Order ist, welche Arten es gibt, wie du sie richtig setzt und welche Risiken du kennen solltest, bevor du loslegst.
Verkaufsorder mit Auslöser: Eine Stop Loss Order ist ein Verkaufsauftrag, der automatisch ausgelöst wird, sobald der Kurs eine festgelegte Marke erreicht oder unterschreitet.
Absicherung gegen große Verluste: Eine Stop Loss Order begrenzt den Verlust auf einer einzelnen Position, ohne dass du den Markt ständig beobachten musst.
Eine Grundform, drei Varianten: Aus der klassischen Stop Loss Order leiten sich die Varianten Trailing Stop Loss, Stop Limit Order und OCO Order ab, die sich vor allem in ihrer technischen Funktionsweise sowie in der Gewichtung zwischen garantierter Ausführung und exakter Preisgrenze unterscheiden.
Risikomanagement: Als Orientierung für deine Planung dient der Grundsatz, pro Trade nur einen geringen Teil des Gesamtkapitals zu riskieren und die jeweilige Positionsgröße systematisch aus dem Abstand zwischen Einstiegspreis und Stop Loss-Kurs sowie dem definierten Risiko abzuleiten.
Erklärung: Was ist eine Stop Loss Order?
Eine Stop Loss Order ist ein Börsenauftrag, mit dem du eine Kursuntergrenze für eine bereits gehaltene Position festlegst. Du kannst sie für unterschiedliche Anlageklassen, etwa für Aktien, ETFs oder Kryptowährungen, einsetzen. Erreicht oder unterschreitet der Kurs die Stop-Marke, wird automatisch ein Verkaufsauftrag ausgelöst. Der englische Begriff bedeutet sinngemäß „den Verlust stoppen" und beschreibt damit genau den Zweck: das Abwärtsrisiko einer Position zu begrenzen.
Technisch ist die klassische Stop Loss Order eine bedingte Order. Sie liegt zunächst nicht sichtbar im Orderbuch, sondern wird erst aktiv, wenn der Stop-Preis erreicht ist. In diesem Moment wird aus dem Auftrag eine Market Order, also ein Verkauf zum nächsten verfügbaren Kurs. Eine Garantie für die Ausführung zu einem bestimmten Kurs gibt es dabei nicht. Die Stop-Marke legt also fest, wann verkauft wird, aber nicht, zu welchem Preis. Fällt der Kurs schnell, kann der tatsächliche Verkaufskurs daher unter deiner Stop-Marke liegen und deinen Verlust vergrößern.
Stop Loss bei Aktien, ETFs und Kryptowährungen
Die grundlegende Mechanik einer Stop Loss Order bleibt über alle Anlageklassen hinweg identisch, doch die praktische Anwendung unterscheidet sich je nach den spezifischen Merkmalen des Marktes erheblich.
Bei Einzelaktien kann der Einsatz einer Stop Loss Order sinnvoll sein, da einzelne Unternehmen spezifischen Risiken bis hin zum Totalverlust ausgesetzt sind. Eine konsequente Reißleine kann in solchen Fällen verhindern, dass die Fehlentwicklung eines einzelnen Titels die Performance deines gesamten Depots massiv beeinträchtigt.
ETFs:
Bei breit gestreuten ETFs ist das Risiko eines Totalverlusts durch die integrierte Diversifikation zwar reduziert, dennoch können ganze Indizes in Krisenzeiten erhebliche Korrekturen erleben. Wer hier mit Stop Loss Orders arbeitet, nutzt diese meist, um größere Marktabschwünge zu begrenzen. Wichtig ist dabei die Wahl eines liquiden Handelsplatzes zu den Haupthandelszeiten, um das Risiko von ungewollten Preisabweichungen bei der automatischen Ausführung zu minimieren.
Kryptowährungen:
Der Handel mit Kryptowährung unterscheidet sich in drei wesentlichen Punkten von traditionellen Vermögenswerten:
Extreme Volatilität: Die täglichen Kursschwankungen fallen oft um ein Vielfaches höher aus als am Aktienmarkt.
24/7-Handel: Weil der Krypto-Markt kontinuierlich geöffnet bleibt, entfallen zwar die für klassische Börsen typischen Overnight-Gaps durch Wochenend- oder Feiertagsschließungen, doch können Kurslücken hier stattdessen durch plötzliche, akute Liquiditätsengpässe im Orderbuch entstehen.
Hohe Nachrichtensensibilität: Der Sektor kann schnell und impulsiv auf regulatorische oder technologische Neuigkeiten reagieren.
Für deine Stop Loss Order heißt das: Setze sie nicht zu eng, da normale Marktschwankungen sonst ungewollt den automatischen Verkauf auslösen. Gerade wegen der hohen Volatilität gibst du dem Bitcoin-Kurs mit einem etwas größeren Stop-Abstand bewusst mehr Spielraum als bei einer Aktie.
