Anfänger
Lektion 11
5 min

Kann eine Kryptowährung wie Bitcoin gehackt oder stillgelegt werden?

Bitcoin gilt als hack-sicher, da die Bitcoin-Blockchain vom gesamten Netzwerk ständig überprüft wird. Daher sind Angriffe auf die Blockchain selbst sehr unwahrscheinlich.

  • Da die Blockchain-Technologie dezentral und verteilt ist, können Hackerangriffe sicher abgewehrt werden
  • Ein 51%-Angriff könnte die Blockchain aus dem Gleichgewicht bringen
  • Bitcoin wurde bis jetzt noch nie gehackt
  • Wallets, die zur Aufbewahrung von Kryptowährungen dienen, sind einfacher zu hacken als die Blockchain
  • Entsprechend gibt es immer wieder erfolgreiche Hackerangriffe auf Personen und Websites 

In dieser Lektion lernst du, warum es schwierig aber nicht unmöglich ist, eine Blockchain zu hacken.

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Anfänger Quiz

Um einen neuen Block mit gebündelten Transaktionen hinzuzufügen, löst jeder Teilnehmer (Miner), der die Bitcoin-Datenbank aktualisiert, kontinuierlich komplexe mathematische Probleme.

Diese komplexen mathematischen Probleme entstehen durch die kryptographische Hash-Funktion von Bitcoin. Wenn ein bestimmter Block zur Datenbank hinzugefügt wird, muss sich jede Node im Netzwerk auf die Gültigkeit dieses Blocks einigen. Nur wenn alle Nodes übereinstimmen, wird die Bitcoin-Datenbank entsprechend aktualisiert.

Die Manipulation des Kryptowährungsnetzwerks ist fast unmöglich. Die dezentrale, chronologische, rechnende und leistungsstarke Bitcoin-Blockchain verhindert nicht nur das Löschen und Überschreiben eines bereits validierten Bitcoin-Blocks, sondern auch Double Spending

Was passiert bei einem Hackerangriff auf die Bitcoin-Blockchain?

Wie du bereits weißt, existiert nicht nur eine einzelne Kopie der Bitcoin-Blockchain. Stattdessen verfügt jede Node im Bitcoin-Netzwerk über eine Kopie. Die Nodes sind weltweit verteilt und enthalten alle bisher getätigten Bitcoin-Transaktionen. 

Ein Hacker, der die verteilte Datenbank von Bitcoin oder eines anderen Netzwerks auf Basis der Blockchain-Technologie ändern wollte, müsste nicht einen, sondern mehr als die Hälfte der im Netzwerk beteiligten Computer hacken (51%-Angriff).

Was ist ein 51%-Angriff?

Ein 51%-Angriff stellt wohl die größte ernstzunehmende Gefahr für Blockchain dar. Würde so ein Angriff erfolgreich von einer Person oder Organisation durchgeführt und somit die Kontrolle über die Mehrheit der Mining-Power des Netzwerks (Hashrate) übernommen, könnte die Transaktionshistorie des Bitcoin-Netzwerks rein theoretisch verändert und überschrieben werden.

Die Entscheidung, welche Transaktionen angenommen und welche abgelehnt werden, erfordert immer eine Mehrheit (also 51%). Das bedeutet, dass eine Mehrheit von 51% die verteilte Datenbank der Blockchain verändern könnte. Somit wäre Double Spending - die mehrfache Ausgabe derselben Transaktion - möglich. Es ist jedoch sehr unwahrscheinlich, dass so ein Szenario wirklich eintritt. 

Ein 51%-Angriff auf Bitcoin war noch nie erfolgreich und genauso wenig konnte das Netzwerk jemals stillgelegt werden, noch nicht einmal für einen kurzen Moment. 

Kann Bitcoin stillgelegt/abgeschaltet werden?

Ein 51%-Angriff auf Bitcoin war noch nie erfolgreich und genauso wenig konnte das Netzwerk jemals stillgelegt werden, noch nicht einmal für einen kurzen Moment. Weiters haben zahlreiche Behörden und Banken immer wieder die Stilllegung des Bitcoin-Netzwerkes gefordert. Jedes Mal erfolglos, denn Bitcoin läuft schon seit fast 10 Jahren ohne Unterbrechung. 

Damit es zu einem totalen Systemausfall des Bitcoin-Netzwerks kommt, müsste so einiges schief gehen. Hier ein paar “Untergangsszenarien”:

Würde der Strom auf der ganzen Welt ausfallen und so das Internet und alle Kommunikationskanäle abschalten, könnten die Nodes im Netzwerk nicht mehr miteinander kommunizieren und das gesamte Bitcoin-Netzwerk würde stillgelegt werden.

Ein Bitcoin-Update enthält einen schädlichen Bug, der trotz genauer Tests und Überprüfung des Peer-to-Peer-Netzwerks im Bitcoin-Protokoll unentdeckt blieb. Das Netzwerk würde wahrscheinlich für kurze Zeit abstürzen. Das könnte zu einem drastischen Preisfall des Bitcoin und zu einer Abspaltung (fork) der Blockchain führen. 

Bitcoin ist dezentral und kann daher theoretisch nicht von einer einzelnen Regierung verboten werden. In der Vergangenheit wurden jedoch Versuche unternommen, Kryptowährungen zu verbieten bzw. ihre Verwendung einzuschränken. Da eine einzelne Regierung alleine nicht viel ausrichten kann, könnten sich mehrere Regierungen zusammenschließen, um ein Verbot von Kryptowährungen durchzubringen. Viel wahrscheinlicher ist es aber, dass Regierungen Gesetze zum Schutz der Investoren und Steuergesetze erlassen. 

Der 51%-Angriff stellt eine wenn auch unwahrscheinliche aber doch ernstzunehmende Gefahr dar. Damit jedoch solch ein Angriff erfolgreich verläuft, wären nicht nur eine Mehrheit von 51% der Netzwerkteilnehmer erforderlich, sondern auch enorme Investitionen in Mining-Equipment. Abgesehen von diesen Faktoren ist es höchst unwahrscheinlich, dass so eine Mehrheit wirklich zustande kommt, da die Teilnehmer des Netzwerks auch ihre eigenen Gewinne gefährden würden.

Außerdem werden fast täglich neue und angeblich verbesserte Kryptowährungen in die Märkte eingeführt. Solche Entwicklungen bergen die Gefahr der Marktermüdung bei Investitionen. Dies bedeutet, dass, wenn alle Investoren einen Vermögenswert gekauft haben, es keine Käufer mehr gibt, an die sie verkaufen können, auch wenn sie verkaufen möchten, was zu einem Preisverfall führt.

Bitcoin funktioniert nun schon seit fast zehn Jahren problemlos und wird sowohl seinen Ruf als auch Wert weiterhin bewahren. 

Bitcoin funktioniert nun schon seit fast zehn Jahren problemlos und wird sowohl seinen Ruf als auch Wert weiterhin bewahren. 

Warum werden Bitcoins gestohlen?

Die meisten Diebstähle von Kryptowährung betreffen Nutzer und Websites, die bei der Aufbewahrung nicht die richtigen Vorsichtsmaßnahmen treffen. Meistens werden Coins gestohlen, die an Orten aufbewahrt wurden, an denen sie nicht sicher sind.

Beispielsweise ist eine "Hot Wallet" jede Kryptowährungs-Wallet, die in irgendeiner Weise mit dem Internet verbunden oder "online" ist. Hot Wallets sind entweder Wallets auf Desktops oder Mobilgeräten sowie Wallets, die von einer Exchange gehostet werden, die jedoch verabsäumt hat, ihre Sicherheitsmaßnahmen dem neuesten Stand der Technik anzupassen. Eine Hot Wallet kann sich auch auf Private Keys der Wallet beziehen, die unachtsam auf einem manipulierten, hackbaren Gerät gespeichert sind.

Kryptowährungen werden gestohlen, da sie an unsicheren Orten aufbewahrt werden. 

Der Hack von Mt.Gox ist wohl das Paradebeispiel für mangelhafte Sicherheitsvorkehrungen und dem größten Diebstahl von Kryptowährungen. Mt. Gox war eine Exchange, die in Japan gegründet und 2010 zu einer Bitcoin Exchange umgewidmet wurde. Aufgrund mangelnder Sicherheitsvorkehrungen konnten über 850.000 BTC gestohlen werden. Der Hack von Mt. Gox ist der größte Hack seit der Entstehung von Bitcoin und führte 2014 zur Insolvenz der Exchange. 

Glücklicherweise haben andere Exchanges auf der ganzen Welt aus diesem Vorfall gelernt und halten ihre Sicherheitsmaßnahmen seitdem auf dem neuesten Stand der Technik. Trotzdem empfehlen wir allen Benutzern von Kryptowährungen, sorgfältige Sicherheits-Gewohnheiten zu üben und unseren Artikel über die sichere Aufbewahrung der Kryptowährungen zu lesen.

Obwohl gewisse Sicherheitsvorkehrungen getroffen werden müssen, zählt die Blockchain-Technologie mit ihren verteilten Datenbanken zu den bisher innovativsten und bahnbrechendsten Innovationen. Die Blockchain-Technologie öffnet die Türen für viele Anwendungen, die nur darauf warten, die Welt zu erobern. 

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WEITERFÜHRENDE LITERATUR

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  • Philipp Giese, Mark Preuss, Maximilian Kops, Sven Wagenknecht, Danny de Boer, Philip Horch - Die Bitcoin Bibel: Das Buch zur digitalen Währung

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