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01/29/2026

8 Min. Lesezeit

Aktien vs. Derivate

Aktien vs. Derivate

Aktien stehen für echtes Eigentum an einem Unternehmen. Derivate dagegen sind Verträge, die sich auf den Kurs eines Basiswerts wie Aktien, Rohstoffe oder Anleihen beziehen. Wer in Derivate oder Aktien investieren möchte, sollte die Unterschiede genau kennen, vor allem bei Rechten, Risiken und dem eigentlichen Zweck. In diesem Überblick erklären wir dir, was Aktien und Derivate genau sind und wie sie sich voneinander abgrenzen.

  • Erklärung: Aktien sind per Definition Unternehmensanteile, Derivate wie Optionsscheine, Zertifikate oder Termingeschäfte sind Verträge, die auf dem Kurs eines Basisprodukts basieren.

  • Echtes Eigentum: Mit Aktien hältst du ein Wertpapier mit Beteiligung am Unternehmen, bei Derivaten besitzt du keinen Anteil am Basiswert.

  • Aktionärsrechte: Aktien können dir als Aktionär Stimmrechte und Dividenden verschaffen, Derivate ermöglichen keine Mitbestimmung.

  • Risikoprofil: Derivate können durch Hebel stark schwanken, während das Verlustrisiko bei Aktien auf das investierte Kapital begrenzt ist.

Definition: Was sind Aktien und Derivate?

Aktien und Derivate gehören zu den bekanntesten Finanzinstrumenten am Markt. Sie unterscheiden sich aber deutlich. Aktien sind Wertpapiere, die einen Anteil an einem Unternehmen verbriefen. Wer eine Aktie kauft, beteiligt sich direkt am Unternehmenswert. Der Kurs der Aktie spiegelt die wirtschaftliche Entwicklung der Firma wider.

Derivate hingegen sind Verträge, deren Preis sich aus dem Wert eines Basiswerts ableitet. Dieser Basiswert kann z.B. eine Aktie, eine Anleihe, ein Rohstoff oder ein anderer Vermögenswert sein. Derivate ermöglichen es, auf Kursveränderungen zu spekulieren, ohne den Basiswert selbst zu kaufen.

Der Unterschied Aktien und Derivate liegt also hauptsächlich in der Struktur:

  • Aktien = direkter Anteil am Unternehmen

  • Derivate = Vertrag über den Preis eines Basisprodukts

Eigentum

Ein grundlegender Unterschied zwischen Aktien und Derivaten ist das Eigentum. Das bedeutet, wenn du eine Aktie kaufst, gehört dir ein Teil des Unternehmens. Du bist Anteilseigner und profitierst direkt vom wirtschaftlichen Erfolg der Firma. Das zeigt sich z.B. durch mögliche Dividenden oder dein Stimmrecht bei wichtigen Entscheidungen.

Bei Derivaten ist das anders. Du kaufst keinen Anteil, sondern einen Vertrag. Dieser bezieht sich auf den Kurs eines Basiswerts, etwa einer Aktie, eines Rohstoffs oder einer Anleihe. Du setzt auf Preisbewegungen, ohne den Basiswert selbst zu besitzen. Zu den Derivaten gehören unter anderem Optionsscheine, Futures oder Swaps. Sie verschaffen dir aber keine Eigentumsrechte. Du bist nicht am Unternehmen beteiligt, sondern spekulierst auf die Kursentwicklung des Basiswerts.

Aktien – Eigentum:

  • du hältst einen realen Anteil am Unternehmen

  • du wirst offiziell als Anteilseigner geführt

Derivate – kein Eigentum:

  • du besitzt keinen Teil des Basiswerts

  • du hältst einen Vertrag über dessen Kursentwicklung

Was sind Optionsscheine, Futures und Swaps?

Diese Begriffe begegnen dir oft im Zusammenhang mit Derivaten. Alle drei zählen zu den Derivaten und beziehen sich auf den Kurs eines Basiswerts, nicht auf Eigentum am Vermögenswert selbst.

  • Optionsschein: Ein Vertrag, der dir das Recht gibt, einen Basiswert zu einem bestimmten Preis zu kaufen oder zu verkaufen, aber nur innerhalb eines festgelegten Zeitraums und ohne Eigentum bis zur Ausübung.

  • Future: Ein verpflichtender Vertrag, mit dem zwei Parteien vereinbaren, einen Basiswert zu einem festen Preis und Termin zu traden, ohne dass vorab Eigentum übertragen wird.

  • Swap: Ein Tauschvertrag, bei dem z.B. Zinszahlungen oder Währungen zwischen zwei Parteien getauscht werden, aber der Basiswert selbst gehört dir dabei nie.

Rechte

Mit dem Kauf von speziellen Aktien sicherst du dir konkrete Rechte gegenüber dem Unternehmen. Dazu zählt vor allem das Stimmrecht bei Hauptversammlungen. Dort können Anleger über wichtige Themen wie Geschäftsstrategie, Vorstand oder Dividendenpolitik mitentscheiden. Auch bei sogenannten Corporate Actions, z.B. Kapitalerhöhungen oder Aktiensplits, wirst du informiert und kannst teilweise aktiv Einfluss nehmen.

Derivate bieten diese Möglichkeiten nicht. Sie sind Verträge über die Kursentwicklung eines Basiswerts, ohne rechtliche Verbindung zum Emittenten des zugrunde liegenden Vermögenswerts. Als Halter eines Derivats hast du keine Mitbestimmung, kein Stimmrecht und erhältst keine Einblicke in unternehmensbezogene Vorgänge. Der Fokus liegt rein auf der Kursentwicklung des Basiswerts, nicht auf dessen Struktur oder Verwaltung.

Risiken

Das Risiko unterscheidet sich deutlich, je nachdem ob du Aktien oder Derivate nutzt. Derivate gelten häufig als spekulativer, weil sie oft auf Kursveränderungen über kurze Zeiträume ausgelegt sind. Es gibt aber auch Derivate, die für längere Strategien oder zur Absicherung eingesetzt werden. Bei Aktien ist das Risiko in der Regel direkter mit dem Unternehmen verbunden und besser einschätzbar, vor allem bei langfristigem Investieren.

Risiken bei Derivaten

  • Schon kleine Kursbewegungen können zu hohen Verlusten führen

  • In bestimmten Hebelprodukten kannst du mehr Geld verlieren als du eingesetzt hast, etwa bei Termingeschäften mit Nachschusspflicht

  • Manche Derivate können komplett an Wert verlieren

  • Derivate sind oft schwerer zu verstehen als Aktien, das kann zu Fehlern führen

  • Es kann passieren, dass du das Derivat nicht zum gewünschten Zeitpunkt verkaufen kannst

Risiken bei Aktien

  • Der Wert kann sinken, wenn sich das Unternehmen schlecht entwickelt

  • Auch wirtschaftliche oder politische Ereignisse können den Kurs beeinflussen

  • Wer nur in eine oder wenige Aktien investiert, trägt ein höheres Risiko

  • Selbst bei langfristigen Anlagen sind Verluste möglich

Zweck

Aktien werden in der Regel gekauft, um langfristig am Wachstum eines Unternehmens teilzuhaben. Viele Anleger kaufen sie, um regelmäßige Dividenden zu erhalten und damit Vermögen aufzubauen. Derivate dagegen sind flexiblere Finanzinstrumente, die vor allem für kurzfristige Strategien, Spekulation oder Absicherung eingesetzt werden. Sie werden häufiger von erfahrenen Anlegern gehandelt, die gezielt auf Kursveränderungen eines Basiswerts reagieren wollen. 

Warum echte Aktien bei langfristigem Investieren im Vorteil sind

Wer langfristig investieren möchte, setzt häufig auf Unternehmen mit realem Geschäftsmodell. Genau das ermöglichen Aktien. Wenn du Aktien an der Börse hältst, bist du direkt beteiligt, nicht nur über ein Finanzprodukt, sondern über echtes Eigentum. Kurs und Wert hängen vom Unternehmen selbst ab. Du investierst nicht in einen Vertrag, sondern in das, was dahinter steht: reale Geschäftsmodelle, Umsätze, Strategien.

Viele Anleger entscheiden sich deshalb bewusst gegen Derivate. Sie wollen keinen Basiswert nachbilden, sondern direkt am Unternehmenswert beteiligt sein, ohne Hebelrisiken oder Laufzeiten im Blick behalten zu müssen.

Was echte Aktien langfristig attraktiv macht:

  • Du investierst in Unternehmen, nicht in Preisbewegungen

  • Dein Kursgewinn spiegelt die reale Entwicklung des Unternehmens

  • Du musst keine komplexen Derivatstrukturen verstehen oder verwalten

Aktien statt synthetischer Produkte: Investieren mit Bitpanda

Viele Anbieter setzen auf synthetische Finanzprodukte, bei denen du nicht direkt in eine Aktie investierst, sondern nur an deren Kursentwicklung teilnimmst. Bei Bitpanda ist das anders: Du investierst  in echte Aktien*, die nach den geltenden regulatorischen Vorgaben verwahrt werden.

Auch wenn du dich für Aktienanteile entscheidest, bist du proportional am Unternehmen beteiligt. Das bedeutet: Du partizipierst direkt an der Wertentwicklung realer Unternehmen,  ohne synthetische Konstrukte oder abgeleitete Finanzprodukte.

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Häufig gestellte Fragen zum Thema Aktien vs. Derivate

Jetzt hast du schon mal einen guten Überblick darüber, was Aktien und Derivate sind. In unseren FAQ erfährst du noch mehr rund um das Thema.

Sind Derivate mit mehr Risiko verbunden als Aktien?

Ja, in der Regel bergen Derivate ein höheres Risiko als Aktien. Das liegt vor allem an ihrer Struktur. Sie bieten oft die Möglichkeit, mit wenig Einsatz auf große Kursbewegungen zu setzen. Das kann zu schnellen Gewinnen führen, aber ebenso zu hohen Verlusten.

Einige Derivate, wie Optionsscheine, Futures oder Hebelzertifikate, nutzen einen sogenannten Hebel. Dieser verstärkt sowohl Gewinne als auch Verluste. Je nach Produkt kann es sogar passieren, dass du mehr verlierst, als du ursprünglich investiert hast. Auch Swaps oder strukturierte Zertifikate können schwer durchschaubar sein und dadurch zusätzliche Risiken für Anleger mit sich bringen.

Aktien dagegen unterliegen hauptsächlich dem Risiko, dass der Kurs fällt. Der maximale Verlust ist auf den Betrag begrenzt, den du investiert hast. Deshalb gelten sie, insbesondere bei breiter Streuung und langfristiger Anlage, als risikoärmer als viele Derivate.

Wann sollte ich eher Aktien investieren statt in Derivate?

Die Wahl Deines Finanzprodukts hängt davon ab, was du mit deinem Investment erreichen willst. Aktien eignen sich gut für den langfristigen Vermögensaufbau. Derivate kommen dann infrage, wenn du kurzfristige Kursbewegungen nutzen oder dein Portfolio absichern möchtest. Beide Finanzinstrumente haben unterschiedliche Stärken.

Aktien lohnen sich eher, wenn du…

  • Langfristig investieren und am Wachstum eines Unternehmens teilhaben möchtest

  • Wert auf Eigentum, Stimmrechte oder Dividenden legst

  • Schwankungen in Kauf nimmst, aber keine komplexen Strukturen möchtest

  • Dein Geld breit streuen und Stück für Stück investieren möchtest

Derivate können sinnvoll sein, wenn du…

  • Kurzfristige Kursbewegungen gezielt ausnutzen möchtest

  • Eine bestehende Aktienposition absichern möchtest, z.B. mit einem Produkt, das bei Kursverlusten im Wert steigt 

  • Mit kleinen Einsätzen auf größere Preisveränderungen setzen möchtest

  • Die Funktionsweise der Produkte kennst und aktiv traden willst

Was sind Aktienderivate?

Aktienderivate sind Derivate, deren Basiswert eine bestimmte Aktie ist. Sie bilden also nicht den Kurs eines Rohstoffs oder Index ab, sondern leiten ihren Wert direkt von einer einzelnen Aktie ab. Typische Aktienderivate sind Optionen, Zertifikate oder Swaps. Diese Finanzinstrumente ermöglichen es, auf die Kursentwicklung einer Aktie zu spekulieren, ohne sie selbst zu kaufen. Dabei kann je nach Produkt auf steigende oder fallende Kurse gesetzt werden, oft mit Hebelwirkung und entsprechendem Risiko.

Kann ich mit Derivaten Dividenden erzielen?

Nein, mit Derivaten kannst du keinen Gewinn in Form von Dividenden erhalten. Dividenden werden nur an Anleger ausgeschüttet, die Aktien tatsächlich besitzen. Da Derivate Verträge sind, die nur auf dem Kurs eines Basiswerts wie einer Aktie basieren, erhältst du keine Dividenden. Die Verträge sichern dir kein Eigentum und damit auch keinen Anspruch auf Unternehmensgewinne. Auch wenn sich das Derivat auf eine Aktie mit Dividendenauszahlung bezieht, erhältst du als Derivatehalter keine Ausschüttung.

Weitere Themen rund ums Investieren 

Du willst über den Vergleich von Aktien und Derivaten hinaus noch tiefer in die Welt des Investierens einsteigen? In der Bitpanda-Academy findest du viele weitere Ratgeber, die dir helfen, verschiedene Finanzinstrumente, wie Optionsscheine, Termingeschäfte oder Spekulation an der Börse besser einzuordnen, Risiken gezielter zu steuern und deine Anlagestrategie weiterzuentwickeln. 

Execution-Only-Services für Aktien, ETFs und ETCs werden von der Bitpanda Financial Services GmbH (einer in Österreich von der von der Österreichischen Finanzmarktaufsicht zugelassenen Wertpapierfirma) erbracht. Dies ist kein öffentliches Angebot. Die vorliegenden Informationen dienen ausschließlich zu Informationszwecken und stellen weder eine Anlageberatung noch eine Empfehlung dar. Investitionen sind mit Verlustrisiken verbunden. Wertentwicklungen der Vergangenheit sind niemals ein zuverlässiger Indikator für die Zukunft. Bitte berücksichtige deine persönlichen Umstände und wende dich an einen unabhängigen Berater, bevor du investierst. Weitere Kosten (z. B. Spreads, Zuwendungen, Devisen, Produktkosten und Steuern) können anfallen und deine Rendite verringern.

Teilinvestments sind in der Regel nicht stimmberechtigt und können nicht übertragen oder verbrieft werden. Bei Unternehmensmaßnahmen werden Ansprüche (einschließlich Dividenden) anteilig gutgeschrieben und können auf den nächsten zulässigen Betrag abgerundet werden. Die Ausführung von Teilaufträgen kann mit anderen Kundenaufträgen zusammengefasst werden.

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