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Lektion 1
5 min

Die Anfänge des Geldes und die Bedeutung des Vertrauens

Bevor wir in die Welt der Kryptowährungen eintauchen, gehen wir einen Schritt zurück und definieren den Begriff ‘Geld’. 

  • Geld ist alles, was als Tauschmittel verwendet werden kann
  • Im Laufe der Menschheitsgeschichte wurde Geld in verschiedenen Formen verwendet
  • Vor der Erfindung des Geldes betrieben Menschen Tauschhandel, laut aktueller Forschung erfolgte die Einführung des Geldes, nachdem das Prinzip der Schulden erfunden wurde
  • Bitcoin ist die größte finanzielle Erfindung seit der Einführung der Kreditkarte in den 1950er-Jahren und dem Beginn des Online-Bankings Ende der 1990er-Jahre

In dieser Lektion lernst du alles über die Grundlagen des Geldes.


 

Was ist Geld?

Bereits seit Anbeginn der Menschheit betreiben Menschen Tauschhandel. Alles begann mit den sogenannten Tauschgeschäften. Dabei tauschten Menschen Dinge miteinander aus, denen sie den gleichen intrinsischen (inneren) Wert zuschrieben. 

Das kann man sich ungefähr so vorstellen: “Ich gebe dir diese Tierhaut und du gibst mir dafür den scharfen Stein, den du gefunden hast.” Zwischen zwei Personen funktionierte dieses System ganz gut. Waren mehrere Personen und Güter beteiligt und wurden die Entfernungen zwischen den Händlern größer, so geriet so ein System jedoch ins Wanken.

Doch ein Tauschsystem dieser Art kann auch zwischen zwei Personen an seine Grenzen stoßen. Nehmen wir an, du hast eine große Menge an Beeren und möchtest sie gegen eine Tierhaut eintauschen. Brauchen beide Parteien die jeweils angebotenen Waren, kommt ein Handel zustande. Stimmen die Bedürfnisse jedoch nicht überein, gibt es ein Problem.

Wozu brauchen wir Geld?

Die Ineffizienz des Tauschhandels brachte die Menschen dazu, verschiedene Waren zum Tausch anzubieten. So wurden im Laufe der Geschichte Tierhäute, Muscheln, Edelsteine, Getreide, Edelmetalle und viele weitere Güter gegen andere wertvolle Waren getauscht. 

Was passiert aber, wenn eine Partei genug Beeren besitzt und keinen Bedarf an Tierhäuten mehr hat? Um diesem Problem entgegenzuwirken, erfanden die Menschen das Geld.

Zu diesem Zeitpunkt gab es allerdings noch keine Münzen oder Papiergeld, wie wir sie heute kennen. Vielmehr nutzten die Menschen Dinge, die von allen am Tausch beteiligten Parteien akzeptiert wurden und gegen andere Waren, die als wertvoll angesehen wurden, getauscht werden konnten. 

Geld ist ein nützliches Werkzeug, mit dem Menschen Waren tauschen können. Einfach gesagt: Geld ist ein “Tauschmittel”.

Geld ist ein Gegenstand oder eine Einheit, die verifiziert werden kann und weitgehend als Zahlungsmittel akzeptiert wird. 


Eigenschaften des Geldes

Tauschmittel

Geld ist ein Tauschmittel für den Austausch von Gütern, Dienstleistungen und Arbeit. Ein Austausch wird erheblich erleichtert, wenn dafür ein festgelegtes und weitgehend akzeptiertes Tauschmittel verwendet wird.

Wertanlage

Geld ist eine gute Wertanlage, wenn man damit Transaktionen zu einem späteren Zeitpunkt tätigen möchte. Das Vertrauen, dass es nicht an Wert verliert, muss aber gegeben sein.

Transportfähigkeit

Geld kann ganz einfach bewegt und durch andere Währungen ersetzt werden. Die Bevölkerung der Insel Yap in Mikronesien zum Beispiel, verwendete Kalksteine als Währung. Die Kalksteine konnten nicht überallhin getragen werden, da einer dieser Steine oft mehr als ein Auto wog. Deswegen wurden sie immer am selben Ort aufbewahrt, auch wenn sie den Besitzer wechselten. Die Leute mussten sich daher merken, wer der aktuelle Besitzer war.  

Haltbarkeit

Geld ist unveränderbar und haltbar. Dank seiner Robustheit kann es idealerweise so lange verwendet werden, bis es von neu gedrucktem Geld ersetzt wird. 

Teilbarkeit

Geld ist teilbar - es ist in kleinen Einheiten und für den Austausch von Produkten unterschiedlichen Wertes verfügbar. Stell dir vor, du möchtest eine Packung Kaugummi kaufen, kannst aber nur mit einem 50er-Schein bezahlen - das würde die Transaktion sicherlich erschweren.

Prüfbarkeit

Falschgeld gibt es wahrscheinlich bereits genauso lange wie echtes Geld. Die Akzeptanz und das Vertrauen in Geld hängen von zwei Faktoren ab: Einerseits darf es nicht fälschbar sein und andererseits muss seine Echtheit problemlos festgestellt werden können. Falschgeld schwächt die Kaufkraft von Echtgeld.

Fungibilität

Individuelle Währungseinheiten müssen im Grunde genommen austauschbar sein. Das heißt, dass zwei gleiche Einheiten gleichwertig und unverwechselbar sein müssen. Dies hängt auch mit der Teilbarkeit zusammen. Wertanlagen, die diesen Eigenschaften nicht entsprechen, nennt man “nicht fungibel”. Dazu zählen Sammlerstücke wie Kunstwerke. Sie können zwar wie Geld gehandelt werden, sind aber nicht fungibel.

Warum wird Waren ein Wert zugeschrieben?

Muscheln, Edelsteine oder auch Gold haben eigentlich keinen intrinsischen (inneren) Wert. Sie sind schön, funkeln und sind im Falle von Gold gute elektrische Leiter. Trotzdem wurden diese Dinge in den letzten 1000 Jahren als Tauschmittel verwendet. Sie wurden als wertvoll erachtet, weil die Menschen Vertrauen in sie setzten. 

In diesem Kontext versteht man unter dem intrinsischen Wert den Wert, der einer Ware zugeschrieben wird. 

Auch der Wert der beliebtesten und meist verwendeten Währungen (Euro und US-Dollar) ist abhängig vom Vertrauen der Menschen. Die Bevölkerung vertraut den Regierungen. Die Regierungen erteilen den Zentralbanken den Auftrag zum Gelddruck und so gelangen der Euro und der US-Dollar in Umlauf.

Der Wert der meisten Währungen und des Geldes kommt vom Glauben der Menschen, dass etwas wertvoll ist. Durch die Verwendung dieser Währungen wird Vertrauen in ihren Wert geschaffen.

Das Vertrauen in Geld und andere Assets wird auf unterschiedliche Art und Weise erlangt. 

Vertrauen in Gold und Silber entstand, da aus diesen Edelmetallen zahlreiche Wertgegenstände hergestellt werden, die deren Wert steigern.

Fiat-Währungen werden von Regierungen in Auftrag gegeben, unterstützt und von Zentralbanken gedruckt. Auf diese Weise erlangen sie ihr Vertrauen und ihren Wert.

Zum Wertverlust von Währungen kommt es dann, wenn Menschen auch nur eine einzige wertschöpfende Eigenschaft anzweifeln. So kann es zu einer Hyperinflation kommen, wenn eine Bevölkerung das Vertrauen in ihre nationale Währung verloren hat.

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WEITERFÜHRENDE LITERATUR

BÜCHER

  • Niall Ferguson - Der Aufstieg des Geldes: Die Währung der Geschichte
  • David Graeber - Schulden: Die ersten 5000 Jahre
  • Yuval Noah Harari - Eine kurze Geschichte der Menschheit
  • Rüdiger Rauls - Wie funktioniert Geld? 
  • Charles Wheelan - Naked Money: What It Is and Why It Matters

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