Welche Methoden gibt es, um Kryptowährungen zu hacken?
Es gibt verschiedene Methoden, wie eine Kryptowährung gehackt werden kann. Während die Blockchain selbst meist sicher bleibt, zielen Angriffe oft auf Wallets, Kryptobörsen oder Brücken zwischen Blockchains ab. Besonders verbreitet sind Wallet-Hacking, Angriffe auf Krypto-Brücken, Börsen-Hacks, Phishing, Schadcode und gestohlene Keys.
Wir haben die wichtigsten Angriffsmethoden zusammengefasst, damit du verstehst, wo die größten Risiken liegen und wie du dich schützen kannst.
Wallet-Hacking
Wallets sind ein beliebtes Angriffsziel für Hacker, da sie direkte Kontrolle über Kryptowährungen ermöglichen. Besonders gefährdet sind Hot Wallets, die ständig mit dem Internet verbunden sind. Hacker nutzen Schadsoftware, unsichere Apps oder Phishing-Angriffe, um private Schlüssel zu stehlen und so Zugriff auf die Vermögenswerte zu erhalten. Ein kompromittierter Schlüssel bedeutet meist den vollständigen Verlust der Kryptowährung, da Transaktionen in der Blockchain unumkehrbar sind. Bitcoin, Ethereum und andere Währungen wurden bereits in Höhe von Millionen durch solche Angriffe gestohlen. Sichere Wallet-Nutzung, Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA) und Cold Storage, also das Speichern von Coins in einer Offline Wallet, können das Risiko minimieren.
Angriffe auf Krypto-Brücken
Krypto-Brücken (Cross-Chain Bridges) ermöglichen den Transfer von Kryptowährungen zwischen verschiedenen Blockchains, sind aber oft ein großes Sicherheitsrisiko. Angreifer nutzen Smart Contract-Schwachstellen, Sicherheitslücken oder manipulierte Transaktionen, um Vermögenswerte zu stehlen. In den vergangenen Jahren wurden bereits Milliarden Dollar durch Angriffe auf Brücken wie Ronin, Wormhole oder Nomad Bridge gestohlen. Die betroffenen Nutzer konnten ihre gestohlenen Token in den meisten Fällen nicht zurückerlangen. Solche Hacks zeigen, dass nicht nur einzelne Wallets oder Kryptobörsen Ziele von Angriffen sind, sondern auch dezentrale Systeme. Um sich zu schützen, sollten Nutzer Brücken für einen Transfer von Kryptowährungen nur mit Bedacht verwenden und sich vor Transaktionen über deren Sicherheitsmaßnahmen informieren.
Hacking von Kryptobörsen
Da Kryptobörsen wie Binance, Bybit oder Coinbase große Mengen an Kryptowährungen verwalten, sind sie für Hackerangriffe ein besonders attraktives Ziel. Angriffe erfolgen oft durch Schwachstellen in der Plattform, Datenlecks oder gestohlene Zugangsdaten. In der Vergangenheit wurden bereits Millionen Dollar durch Angriffe auf Börsen entwendet, wie im Fall von Mt. Gox oder Coincheck. Ein erfolgreicher Hack kann dazu führen, dass Nutzer ihre Einlagen verlieren, wenn die Börse keine Rückerstattung ermöglicht. Daher ist es sinnvoll, keine großen Beträge dauerhaft auf einer Börse zu lagern und stattdessen eine eigene Wallet zur Aufbewahrung von Bitcoin oder anderen Kryptowährungen zu nutzen.
Phishing
Phishing-Angriffe sind eine der häufigsten Ursachen, warum Kryptowährungen wie Bitcoin gehackt wurden – meist über die Wallets der Nutzer. Hacker geben sich als seriöse Plattformen aus und locken Nutzer auf gefälschte Websites, um Zugangsdaten oder private Schlüssel zu stehlen. Auch wenn sich die Bitcoin-Blockchain selbst kaum hacken lässt, können Angreifer durch Phishing einzelne Wallets kompromittieren – und so Zugriff auf BTC erlangen. Solche Angriffe lassen sich z.B. durch folgende Merkmale erkennen:
Generische Anreden: Phishing-Mails verwenden oft unpersönliche Begriffe wie „Sehr geehrter Nutzer“.
Rechtschreib- und Grammatikfehler: Viele gefälschte E-Mails enthalten sprachliche Fehler, die auf einen Betrugsversuch hinweisen.
Verdächtige Links: Der Link führt zwar auf eine vermeintlich bekannte Seite, doch die Adresse ist leicht verändert.
Angehängte Dateien: Phishing-E-Mails enthalten oft Dateien mit Schadcode, der Zugriff auf Wallets ermöglichen kann.
Dringlichkeit und Drohungen: Nutzer sollen durch Zeitdruck oder Warnungen dazu gebracht werden, schnell zu reagieren.
Wer sich schützen möchte, sollte immer prüfen, ob er sich auf der echten Website einer Kryptobörse befindet und niemals persönliche Daten oder Wallet-Informationen auf unsicheren Seiten eingeben.
Schadcode
Hacker nutzen Schadsoftware, um unbemerkt Krypto-Vermögenswerte zu entwenden. Manche Schadprogramme zielen darauf ab, Wallet-Adressen in der Zwischenablage zu manipulieren, sodass Kryptowährungen an eine andere Adresse gesendet werden, ohne dass der Nutzer es merkt. Besonders betroffen sind Systeme, auf denen unsichere Software oder ungeprüfte Wallet-Apps installiert sind. Auch Android- und iOS-Geräte sind nicht sicher vor solchen Angriffen. Regelmäßige Sicherheitsupdates, starke Passwörter und Antiviren-Software helfen, das Risiko zu minimieren. Wer größere Mengen an Bitcoin oder Ether besitzt, sollte für Transaktionen ein sicheres Gerät oder eine Hardware Wallet nutzen.
Schadsoftware kann in vielen Formen auftreten – mit unterschiedlichen Zielen:
Trojaner: Solche Programme tarnen sich als harmlose Anwendungen, enthalten aber schädliche Codes, die Wallet-Daten auslesen und Kryptowährungen wie Bitcoin in falsche Hände bringen können.
Viren und Würmer: Sie verbreiten sich eigenständig auf einem System und können gezielt Sicherheitsfunktionen umgehen, um Zugriff auf Krypto-Wallets zu erlangen.
Ransomware: Eine solche Schadsoftware sperrt den Zugriff auf Geräte oder Daten und fordert häufig Bitcoin als Lösegeld für die Entschlüsselung.
Spyware: Sie sammelt heimlich Informationen über das Nutzerverhalten, einschließlich Passwörter und Schlüssel, um später auf Wallets zugreifen zu können.
Backdoors: Solche Hintertüren werden oft unbemerkt installiert und ermöglichen es Hackern, langfristig auf Geräte zuzugreifen und Krypto-Vermögenswerte zu stehlen.
Gestohlene Schlüssel
Private Keys sind der Zugang zu Kryptowährungen – wer sie besitzt, kontrolliert die Coins oder Token. Werden sie gestohlen, gibt es keine Möglichkeit, die Vermögenswerte zurückzuholen. Hacker erlangen private Keys durch Phishing, Malware oder unsichere Speicherung. In der Vergangenheit gab es bereits Fälle, in denen Millionen Dollar an Bitcoin, Ethereum und anderen Kryptowährungen durch gestohlene Schlüssel verloren gingen. Ein häufiges Problem ist die unsichere Speicherung von Schlüsseln in Cloud-Diensten oder Notiz-Apps, die leicht kompromittiert werden können. Daher sollten private Schlüssel niemals online gespeichert, sondern auf Papier oder in einer Hardware Wallet gesichert werden.
Quantencomputer: Ein zukünftiges Risiko?
Aktuell gilt die Bitcoin-Blockchain als sicher, doch Quantencomputer könnten das langfristig ändern. Forscher warnen, dass leistungsstarke Quantenrechner künftig Verschlüsselungen wie ECDSA (ein digitales Signaturverfahren, das für die Erstellung und Prüfung von Bitcoin-Transaktionen verwendet wird) knacken und so Wallets oder Transaktionen angreifbar machen könnten. Noch ist das theoretisch, aber längst nicht ausgeschlossen.
Was ist ein 51%-Angriff?
Ein 51%-Angriff stellt wohl die größte ernstzunehmende Gefahr dar, die es ermöglicht, eine Blockchain zu hacken. Würde so ein Angriff erfolgreich von einer Person oder Organisation durchgeführt und somit die Kontrolle über die Mehrheit der Mining-Power des Netzwerks (Hashrate) übernommen, könnte die Transaktionshistorie des Bitcoin-Netzwerks verändert und überschrieben werden.
Die Entscheidung, welche Transaktionen angenommen und welche abgelehnt werden, erfordert immer eine Mehrheit (also 51%). Das bedeutet, dass eine Mehrheit von 51% die verteilte Datenbank der Blockchain verändern könnte. Somit wäre Double Spending – die mehrfache Ausgabe derselben Transaktion – möglich. Es ist jedoch sehr unwahrscheinlich, dass so ein Szenario eintritt.
So sicherst du deine Kryptowährungen gegen Hackerangriffe
Um Bitcoin, Ethereum und andere Kryptowährungen sicher zu verwahren, solltest du einige grundlegende Sicherheitsmaßnahmen beachten:
Nutze eine Hardware Wallet: Cold Wallet bzw. Storage schützt vor Online-Angriffen
Aktiviere Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA): erschwert unbefugten Zugriff auf Börsen und Wallets
Achte auf Phishing-Angriffe: klicke niemals auf verdächtige Links und überprüfe Webseiten-URLs
Speichere private Schlüssel sicher: niemals in Cloud-Diensten oder unverschlüsselten Dateien aufbewahren
Vermeide die langfristige Lagerung auf Kryptobörsen: Börsen können gehackt werden oder insolvent gehen
Halte dein Betriebssystem und deine Software aktuell: Sicherheitsupdates schließen Schwachstellen
Nutze sichere Passwörter und Passwort-Manager: erschwert das Hacken von Accounts
Sei vorsichtig mit Smart Contracts und DeFi-Protokollen: nicht jede Plattform ist sicher
Damit sich Kryptowährungen wie Bitcoin nicht einfach hacken lassen, empfehlen wir allen Nutzern, sich gründlich über Schutzmaßnahmen zu informieren und unseren Artikel über die sichere Aufbewahrung der Kryptowährungen zu lesen.
Obwohl gewisse Sicherheitsvorkehrungen getroffen werden sollten, zählt die Blockchain-Technologie mit ihren verteilten Datenbanken zu den bisher innovativsten und bahnbrechendsten Innovationen. Die Blockchain-Technologie öffnet die Türen für viele Anwendungen, die nur darauf warten, weltweit Akzeptanz zu finden.