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07/23/2026

5 Min. Lesezeit

Berichtssaison: Was Quartalszahlen bedeuten

Quartalszahlen & Berichtssaison einfach erklärt

Die Berichtssaison (englisch: Earnings Season) ist der etwa vier- bis sechswöchige Zeitraum nach Quartalsende, in dem börsennotierte Unternehmen ihre Quartalszahlen veröffentlichen. In dieser Phase legen sie umfangreiche Informationen zu ihren Finanzen offen, von den Umsatzerlösen bis zum Gewinn je Aktie.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Berichtssaison ist der Zeitraum nach Quartalsende, in dem Unternehmen ihre Quartalszahlen melden.

  • Sie beginnt jeweils im Januar, April, Juli und Oktober, meist ein bis zwei Wochen nach dem Quartalsende, und dauert rund vier bis sechs Wochen.

  • Quartalsberichte enthalten Kennzahlen wie Nettoergebnis, Gewinn je Aktie (EPS) und Umsatzerlöse.

  • Kurse reagieren oft nicht auf die absoluten Zahlen, sondern auf die Abweichung vom Marktkonsens. Das erhöht die Volatilität.

  • In den USA ist die vierteljährliche Berichterstattung derzeit Pflicht. In Deutschland und Österreich gilt das nur eingeschränkt.

Was ist die Berichtssaison?

Die Berichtssaison ist der Zeitraum nach dem Ende eines Geschäftsquartals, in dem börsennotierte Unternehmen Berichte zu ihrer Performance veröffentlichen. Im Englischen heißt sie Earnings Season. Sie fällt in die ersten Wochen eines neuen Quartals.

Die Quartalsberichte enthalten Kennzahlen wie das Nettoergebnis, die Gewinn- und Verlustrechnung, den Gewinn je Aktie und die Umsatzerlöse.

Wann ist die nächste Berichtssaison? Termine im Überblick

Die Berichtssaison beginnt jeweils nach dem letzten Monat eines Finanzquartals: im Januar, April, Juli und Oktober. Die folgende Tabelle zeigt die typischen Zeiträume:

QuartalQuartalsendeTypischer BerichtszeitraumStartmonat

In den USA beginnt die Berichtssaison traditionell mit den großen Banken, gefolgt von US-Giganten wie Apple, Amazon und Microsoft. Unternehmen aus Deutschland und dem übrigen Europa berichten in der Regel einige Wochen später.

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US, Deutschland und Österreich: Wer muss berichten?

Wie oft ein Unternehmen berichten muss, hängt vom Land und vom Börsensegment ab.

In den USA sind börsennotierte Unternehmen derzeit grundsätzlich zur vierteljährlichen Berichterstattung verpflichtet.

In Deutschland besteht keine allgemeine gesetzliche Pflicht zu vollständigen Quartalsfinanzberichten. Unternehmen im Prime Standard der Frankfurter Börse müssen jedoch mindestens eine Quartalsmitteilung oder einen Quartalsfinanzbericht veröffentlichen. In Österreich richten sich die Anforderungen ebenfalls nach dem jeweiligen Marktsegment.

Viele europäische Unternehmen berichten dennoch freiwillig vierteljährlich, etwa aufgrund internationaler Strukturen oder der Erwartungen des Kapitalmarkts.

Was ist ein Bilanzkalender (Earnings Calendar)?

Ein Bilanzkalender, auch Earnings Calendar oder Quartalszahlen-Kalender genannt, ist ein Zeitplan mit den Terminen, an denen börsennotierte Unternehmen ihre Quartalsergebnisse veröffentlichen. Da es kein einheitliches Datum gibt, hilft dieser Kalender dabei, kommende Berichte im Blick zu behalten.

Unternehmen sind darin meist nach Branchen gegliedert und lassen sich nach Faktoren wie Marktkapitalisierung, historischen Daten, Umsatzprognosen und Schätzungen des Gewinns je Aktie ordnen. Für Anleger und Trader zeigen die Termine, wann rund um einzelne Unternehmen mit stärkeren Kursbewegungen zu rechnen sein kann.

Warum ist die Berichtssaison für Anleger wichtig?

Die Berichtssaison gibt dir einen aktuellen Einblick in die Lage einzelner Unternehmen und des Marktes. Die veröffentlichten Zahlen zeigen, wie ein Unternehmen zuletzt gewirtschaftet hat und wie sich seine Aussichten entwickeln.

Wichtig für das Verständnis der Kursreaktionen: Ein Aktienkurs kann fallen, obwohl ein Unternehmen auf den ersten Blick gute Zahlen meldet. Kurse reagieren häufig besonders stark darauf, ob die Ergebnisse über oder unter dem Marktkonsens liegen. Liegt das Ergebnis unter den Erwartungen der Analysten, kann der Kurs auch bei einem hohen Gewinn fallen. Übertrifft ein Unternehmen den Konsens, spricht man von einer positiven Earnings Surprise.

Diese Reaktionen können die Volatilität rund um Veröffentlichungstermine erhöhen. Für Anleger bedeutet das stärkere mögliche Kursbewegungen und ein erhöhtes Verlustrisiko. Kurse können in beide Richtungen deutlich ausschlagen.

Mehr dazu, wie du diesen Zeitraum nutzen kannst, findest du in unserem Beitrag wie du das Beste aus der Berichtssaison herausholst.

Was ist ein Earnings Call?

Ein Earnings Call ist eine Telefon- oder Videokonferenz, in der die Unternehmensführung die aktuellen Quartalszahlen erläutert und Fragen von Analysten beantwortet. Er findet meist kurz nach der Veröffentlichung des Quartalsberichts statt.

Der Earnings Call ergänzt die reinen Zahlen um Kontext. Das Management erklärt, was hinter den Ergebnissen steckt, und gibt oft einen Ausblick auf das kommende Quartal. Diese Aussagen können den Kurs zusätzlich bewegen, auch wenn die reinen Zahlen bereits bekannt sind.

Was bedeutet EPS?

EPS steht für Earnings Per Share, auf Deutsch der Gewinn je Aktie. Die Kennzahl teilt den Gewinn eines Unternehmens durch die Anzahl der ausgegebenen Aktien.

Der EPS ist eine der am häufigsten genutzten Kennzahlen, um Quartalsergebnisse mit den Erwartungen der Analysten zu vergleichen. Ein Unternehmen, das den EPS-Konsens übertrifft, erzielt eine positive Earnings Surprise. Bleibt der EPS unter den Schätzungen, reagiert der Kurs häufig negativ.

So gehst du strukturiert an die Berichtssaison heran

Ein paar Ansätze, die sich in der Praxis bewährt haben:

  1. Schau früh in den Bilanzkalender und trag dir die Termine der Unternehmen ein, die dich interessieren. Wer das erst am Vortag macht, verpasst leicht eine wichtige Veröffentlichung.

  2. Der Analystenkonsens für Umsatz und EPS lohnt einen Vergleich mit den tatsächlichen Zahlen. Aber halte dir vor Augen: Schätzungen sind Annahmen, keine Garantien, die Realität weicht regelmäßig ab.

  3. Auch die Entwicklung über mehrere Quartale verdient einen Blick, nicht nur die aktuelle Zahl isoliert. Ein einzelnes schwaches Quartal sagt wenig, ein Muster über vier oder fünf Quartale schon mehr.

  4. Achte im Geschäftsbericht auf den Ausblick des Managements und die genannten Gründe für Abweichungen. Die Erklärung dahinter ist oft aufschlussreicher als die Zahl selbst.

  5. Und ordne Ergebnisse ins Marktumfeld ein, statt jede Kursbewegung isoliert zu deuten. Nach der Saison lohnt sich ein Blick zurück: Was hast du gelernt, hat sich deine ursprüngliche Einschätzung verändert? Ein Investment-Tagebuch hilft dabei mehr, als man zunächst denkt.

Die Wochen zwischen den Berichtsphasen sind übrigens die beste Zeit, um die eigene Strategie zu überprüfen, wenn nicht gerade jede zweite Aktie im Depot gleichzeitig schwankt.

FAQ

Häufige Fragen zur Berichtssaison

Disclaimer: Reine Annahme und Weiterleitung von Aufträgen durch die Bitpanda Financial Services GmbH (Berlin Branch), eine deutsche Niederlassung der österreichischen Wertpapierfirma Bitpanda Financial Services GmbH. Execution-only für Wertpapiere wird von der Bitpanda Financial Services GmbH erbracht. Die Bitpanda Financial Services GmbH und Bitpanda Financial Services GmbH (Berlin Branch) bieten keine Anlageberatung an. Investitionen sind mit Verlustrisiken verbunden. Wertentwicklungen der Vergangenheit sind niemals ein zuverlässiger Indikator für die Zukunft. Bitte berücksichtige deine persönlichen Umstände und wende dich an einen unabhängigen Berater.