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Lektion 25
9 min

Wichtige Indikatoren im Krypto-Trading

Trading-Indikatoren sind wertvolle Instrumente für Krypto-Tradern bei der Analyse von Trends und Entwicklungen im Krypto-Trading. Tradern steht eine breite Palette an technischen Indikatoren zur Verfügung.

  • Die technische Analyse ist der Versuch, aus Kurstrends und -mustern in einem Diagramm aus den jüngsten Kursentwicklungen einen zukünftigen Trend abzuleiten.

  • Bestimmte Indikatoren zeigen klare Signale, ob es sich um einen guten Zeitpunkt handelt, um zu verkaufen oder zu kaufen.

  • Die Analyse von Candlestick-Mustern ist nicht ausreichend, um ein ausgewogenes Bild der Kursbewegungen eines Assets zu erhalten – auch technische Indikatoren müssen herangezogen werden. 

  • Gleitende Durchschnitte (MA) liefern Händlern ein Bild, das Aufwärts-, Abwärts- oder Seitwärtstrends anzeigt.

  • Bollinger-Bänder sind von John Bollinger entwickelte Indikatoren für die Chartanalyse, die Änderungen in Trends anzeigen.

In dieser Lektion stellen wir die wichtigsten technischen Indikatoren für das Krypto-Trading vor.

Wie du bereits in den Lektionen der Bitpanda Academy für Experten über wichtige bullische und bärische Candlestick-Muster gelernt hast, können diese Muster verwendet werden, um mögliche bevorstehende positive (bullische) und negative (bärische) Preisentwicklungen von Assets vorherzusagen. Beim Trading ist es für Krypto-Trader entscheidend, mögliche zukünftige Entwicklungen auf dem Markt eines Assets zeitgerecht einzuschätzen und dann die für ihre Ziele geeignete Strategie auszuwählen.  

Preistrends – Preisbewegungen aufwärts, abwärts oder seitwärts

Die wirklich bedeutenden und lukrativen Entwicklungen werden im Fachjargon auch als "Trends" bezeichnet. Indikatoren, die Trends anzeigen, werden gemeinhin "Trendindikatoren" genannt.

Ganz allgemein betrachtet können Preistrends auf einem Markt in der Regel als Kombination aus drei Arten von Bewegungen über einen Zeitraum hinweg beschrieben werden, die auf einem Kursdiagramm dargestellt wird: der Preis steigt nach oben, der Preis fällt nach unten oder der Markt "bewegt sich seitwärts". Letzteres bedeutet, dass sich der Preis in einer Phase der Stagnation befindet und keine große Bewegungen oder signifikante Trends angezeigt werden. 

Trend-Indikatoren

Krypto-Trader halten ständig Ausschau nach bevorstehenden Trends und möchten diese so früh wie möglich zu erkennen. Eine der beliebtesten Methoden hierfür ist die "technische Analyse". Die technische Analyse ist der Versuch, aus Preistrends und Mustern in einem Diagramm der jüngsten Vergangenheit einen zukünftigen Trend abzuleiten.

Die technische Analyse unterstützt Trader bei der Entscheidung, welche Trades für sie geeignet sein könnten und wann sie in einen Markt ein- oder aussteigen sollten. Bestimmte Indikatoren im Krypto-Trading zeigen klare Signale, ob es an der Zeit ist, zu verkaufen oder zu kaufen. Allerdings werden häufig mehrere verschiedene Indikatoren gleichzeitig verwendet, um sich ein detailgetreues Bild von der Situation auf einem Markt zu machen. Betrachte also einen Trading-Indikator als ein Werkzeug, das dir dabei hilft, so fundiert wie möglich zu entscheiden.

Candlestick-Muster

Bevor du dich mit den Indikatoren befasst, erinnere dich kurz, dass Candlesticks (auch “Kerzen” oder nur “Candles” genannt) die Grundlage jedes Trading-Charts bilden. Eine einzelne Kerze steht für einen Handelstag, während ein Candlestick-Muster einen längeren Zeitraum wie einen ganzen Monat oder mehr darstellen kann. 

In ihrer Grundlage veranschaulichen Candlestick-Muster die Fortsetzung oder Umkehr von Preistrends, das bedeutet den Wechsel von Bullenmärkten zu Bärenmärkten und umgekehrt. Es reicht jedoch nicht aus, sich bei deiner Trading-Strategie nur auf Candlestick-Muster zu verlassen. Besser ist es, zusätzlich technische Indikatoren zu verwenden, um sich ein ausgewogenes Bild von den Kursbewegungen eines Assets zu verschaffen. 

Einfacher gleitender Durchschnitt (SMA)

Der einfache gleitende Durchschnitt ist, wie der Name schon sagt, eine Linie, die über die Kerzen eines Handelscharts gelegt wird. Dieses Liniendiagramm wird oft als zusätzliches Element über einen Trading-Chart skizziert. Sämtliche Schlusskurse über einen bestimmten Zeitraums werden dabei addiert und dann wird die Summe durch die Anzahl dieser Schlusskurse geteilt, sodass jeder einzelne Schlusskurs den gleichen Einfluss auf das Ergebnis hat. 

Die daraus errechnete “Average Line”, der Durchschnitt, sorgt für eine Glättung der Kursentwicklung. Sie bewegt sich deshalb, weil bei jedem neu hinzugefügten Kurs (Preis) der älteste Kurs in der Berechnung wegfällt. 

Wieder Name schon sagt, handelt es sich beim einfachen gleitenden Durchschnitt um eine Linie, die über die Kerzen eines Trading-Charts gelegt wird.

Entsprechend dieser glättenden Eigenschaft vermitteln gleitende Durchschnitte Tradern Bilder, die Aufwärts-, Abwärts- oder Seitwärtstrends anzeigen. Dabei gibt die Steilheit der Linie die Dynamik des Trends an: was passiert und wie schnell passiert es? Solange der Trend einen Anstieg anzeigt, werden in der Regel Long-Positionen bevorzugt, während Short-Positionen oft größere Erfolgschancen eingeräumt werden, wenn ein Abwärtstrend eintritt. 

Zur Erinnerung: Trader, die eine "Long-Position" eingehen, spekulieren darauf, dass der Preis eines Assets steigen wird, während Trader, die "short" gehen, von einem Preisrückgang profitieren wollen. Sie verkaufen das Asset, kaufen es zu einem niedrigeren Preis wieder zurück und profitieren von der Preisdifferenz.

 

Exponentiell gleitender Durchschnitt (EMA)

Während bei einfachen gleitenden Durchschnitten (SMA) der älteste Kurs wegfällt, wenn ein neuer Kurs hinzu kommt, fließen beim exponentiell gleitenden Durchschnitt (EMA) immer alle vorhandenen Schlusskursdaten in die Berechnung ein. Dabei wird aber der Zeitraum für die Berechnung nur zur Bestimmung des Gewichtungsfaktors herangezogen. Bei der Ermittlung des EMA werden jüngere Kurse auch stärker gewichtet werden als weiter zurückliegende Kurse. Der SMA ist sozusagen der Favorit des Traders in der Analyse des Gesamtbildes, während der EMA eher in automatisierten Trading-Systemen verwendet wird. 

Indikator für das Zusammen-/Auseinanderlaufen des gleitenden Durchschnitts (MACD)

Fortgeschrittene Krypto-Trader verwenden gleitende Durchschnitte auch, um bei Kreuzungen mehrer gleitender Durchschnitte (“moving average crossovers”) bestimmte Trading-Signale zu identifizieren. Auch Indikatoren für das Zusammen-/Auseinanderlaufen des gleitenden Durchschnitts (MACD) werden genutzt. Hier wird der 26-Perioden-EMA vom 12-Perioden-EMA subtrahiert, um eine Reihe von Werten abzuleiten, die als "schnelle Linie" bezeichnet werden. Von dieser Linie wird eine neue 9-Tage-Durchschnittslinie abgeleitet, die als "langsame Linie" bezeichnet wird. 

Nun werden beide Linien in ein Diagramm eingetragen. Kaufsignale werden als solche interpretiert, wenn die schnelle Linie von unten die langsame Linie nach oben kreuzt, und Verkaufssignale als solche, wenn die schnelle Linie von oben die langsame Linie nach unten kreuzt.

Unterstützungs- und Widerstandsniveau

Unterstützungsniveaus (“support levels”) und Widerstandsniveaus (“resistance levels”), auch “Unterstützung” und “Widerstand”, zeigen in einem Trading-Chart Preise an, die den Bewegungsbereich eines Preises durch Unterstützung oder Widerstand einzugrenzen scheinen. Optisch wird die Kursentwicklung in einer Art Kanal zwischen zwei Linien dargestellt: das Unterstützungsniveau zeigt die Marke an, bei dem der Kurs im Normalfall aufhört zu fallen und wieder steigt, während die Marke, bei dem der Kurs normalerweise aufhört zu steigen und wieder zu fallen beginnt, als Widerstandsniveau bezeichnet wird. 

Eine wichtige Eigenschaft gleitender Durchschnitte im Allgemeinen ist, dass sie auch potenzielle Unterstützungs- und Widerstandsniveaus anzeigen. Dafür wird ein gleitender Durchschnitt auf einem Diagramm vom höchsten zum niedrigsten Punkt des Preistrends eingezeichnet, wodurch die Richtung eines Trends ermittelt wird. Bewegt sich eine Linie nach oben, kann die gleitende Durchschnittslinie als Unterstützungsniveau betrachtet werden, bewegt sie sich nach unten, als Widerstandsniveau. 

Unterstützung und Widerstand in einem Trading-Chart zeigen Preise an, die den Bewegungsbereich eines Marktes zu unterstützen bzw. einzuschränken scheinen

Oszillatoren

Ein weiteres wichtiges Analyseinstrument ist ein Oszillator, mit dem Trader die Spanne zwischen Höchst- und Tiefstwerten über einen bestimmten Zeitraum hinweg vergleichen können. 

Stochastischer Oszillator

Um einen Stochastik-Oszillator zu erstellen, der das Momentum verfolgt, werden zwei Linien auf dem Diagramm gezeichnet, um eine Art Kanal oder Tunnel zu schaffen, in dem der Preis abgebildet wird: der Indikator selbst und eine Signallinie, die auch als "Triggerlinie" bezeichnet wird. Sobald die Signallinie von einem anderen Indikator oder einer anderen Linie gekreuzt wird, geht man davon aus, dass eine potenziell wichtige Kursbewegung bevorsteht. 

Relative-Stärke-Index (RSI)

Der Relative-Stärke-Index (RSI) ist ein oszillierender Indikator – das heißt, der Indikator bewegt sich zwischen Punkten hin und her. Er wird als Linie in einem Diagramm dargestellt und hilft Krypto-Tradern, das Momentum zu bestimmen. Hält der Trend des Preisanstiegs oder -rückgangs an? Der RSI bewertet, ob sich ein Asset in einer überkauften oder überverkauften Zone befindet. 

Überkauft bzw. überverkauft bedeutet, dass ein Asset einen langen oder starken Kursanstieg bzw. -rückgang erlebt hat und immer weniger Trader bereit sind, auf dem jeweiligen Preisniveau zu kaufen oder zu verkaufen, da sie mit einer baldigen Marktkorrektur rechnen. Ein RSI zeigt Werte zwischen 0 und 100 an. Dabei gilt ein Asset mit einem Wert von 70 als überkauft und damit anfällig für eine Korrektur, während ein Asset mit einem Wert von 30 als überverkauft eingeschätzt wird und somit möglicherweise kurz vor einer Erholung steht.

Commodity Channel Index (CCI)

Wie der Name schon sagt, ist der Commodity Channel Index (CCI) ein Indikator, der ursprünglich für den Handel mit Rohstoffen (engl. “commodities”) entwickelt wurde, aber auch bei anderen Anlageklassen häufig verwendet wird, um überkaufte und überverkaufte Märkte zu identifizieren. Der CCI wird unter einem Diagramm separat angezeigt. Wie funktioniert ein Commodity Channel Index?

Ein CCI verwendet eine Linie so wie ein oberes Band bei 100 und ein unteres Band bei -100. Der Bereich zwischen den Linien ist der "normale" Bereich, wobei Indikatorwerte oberhalb von 100 traditionell als Kaufsignal für Long-Positionen und unterhalb von -100 für Short-Positionen gelten. Wenn die Indikatorlinie die 100er-Marke wieder nach unten kreuzt, wird das Kaufsignal aufgehoben. Einige Trader verwenden jedoch die 200er und -200er Marken, um entsprechende Extrempunkte zu erkennen. 

Was sind Bollinger-Bänder?

Ein wesentlicher Schwachpunkt der gleitenden Durchschnitte ist jedoch, dass sie nur funktionieren, wenn der Markt sich in einer Trendphase befindet. Viele gleitende Durchschnitte bilden zudem das Marktverhalten nur verzögert ab, sodass ein kurzer Trend bereits vorbei sein kann, wenn der gleitende Durchschnitt diesen gerade anzeigt. Weiters benötigen gleitenden Durchschnitte relativ lange, bis sie sich "einpendeln" und kohärente Indikatorwerte anzeigen.

Aus diesem Grund verlassen sich Krypto-Trader auch auf ein weiteres Analyseinstrument: Bollinger-Bänder sind ein Indikator für die Chartanalyse, der von John Bollinger entwickelt wurde, um Veränderungen in Trends anzuzeigen. Bollinger-Bänder werden paarweise auf den Charts angezeigt und sehen wie geschwungene Linien aus, die zwei Standardabweichungen über und unter dem gleitenden Durchschnitt auf einem Trading-Chart liegen. In diesem Zusammenhang ist die Standardabweichung das Maß für die Abweichung eines Assets von seinem Durchschnittspreis.

 

Auf dem Beispielchart sind die Bollinger-Bänder die beiden Linien, die oberhalb und unterhalb der Candlestick-Muster und des gleitenden Durchschnitts angezeigt werden. Jedes Mal, wenn sich die Bollinger-Bänder in Richtung des gleitenden Durchschnitts zusammenziehen, nimmt die Volatilität des dargestellten Assets ab. Es gilt zu beachten, dass Bollinger-Bänder in der Regel nur unter Verwendung des exponentiellen gleitenden Durchschnitts (EMA) gezeichnet werden.

Bollinger-Bänder messen jedoch nicht nur die Volatilität. Wenn ein Candlestick-Muster über einen beliebigen Zeitraum unter das untere Bollinger-Band fällt, schließen Trader daraus oft, dass das entsprechende Asset überverkauft ist. Steigt ein Candlestick-Muster hingegen über das obere Bollinger-Band, so gilt das betreffende Asset während dieses Zeitraums als überkauft. 

Jetzt, wo du ausgiebig recherchiert hast und die grundlegendsten Handelsindikatoren kennst, kannst du dich auf deine persönliche Trading-Reise begeben.

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